Ratsfraktion Hattingen
Anfragen
ÖPNV in Hattingen
Prüfauftrag zur Taktungs- und Verbindungsverbesserung
Sehr geehrter Herr Korfmann,
zum Tagesordnungspunkt „Entwurf des Haushalts 2026/2027 und des Haushaltssicherungskonzeptes hier: Etat Bauen und Mobilität“ stellt die Fraktion Die Linke im Hattinger Stadtrat den folgenden Antrag:
Beschlussvorschlag:
Die Verwaltung wird beauftragt, bis spätestens 2030 die Möglichkeiten zu prüfen, die Taktungen und Verbindungen des ÖPNV im Stadtgebiet zu verbessern, um eine attraktive und klimafreundliche Alternative zum motorisierten Individualverkehr zu schaffen.
Die Ergebnisse der Prüfung sind dem Ausschuss für Bauen und Mobilität vorzulegen. Dabei sind mögliche Förderprogramme von Bund und Land darzustellen.
Begründung:
Zunächst danken wir der Klimaschutzmanagerin, Frau Breddemann (FB 61), für den vorliegenden Sachbericht zur Treibhausgasbilanz. Der Bericht macht deutlich, dass der Handlungsbedarf zur Erreichung der städtischen Klimaschutzziele weiterhin sehr hoch ist.
Angesichts der fortschreitenden globalen Erderwärmung und der damit verbundenen ökologischen und sozialen Folgen liegen auch die kommunalen Anstrengungen zur Treibhausgasneutralität deutlich hinter den eigenen Zielsetzungen zurück. Die Auswirkungen des Klimawandels sind längst vor Ort spürbar: auch in Hattingen.
Besonders alarmierend ist der Anstieg der CO₂-Emissionen im Verkehrssektor von 21 % auf 25 % (t CO₂-eq/a) im Zeitraum von 2021 bis 2022. Dieser Trend zeigt, dass bisherige Maßnahmen nicht ausreichen. Gleichzeitig sind viele Bürgerinnen und Bürger weiterhin auf das Auto angewiesen, da der öffentliche Personennahverkehr hinsichtlich Taktung, Erreichbarkeit und Verlässlichkeit nicht ausreichend attraktiv ist.
Eine nachhaltige Verkehrswende erfordert daher den konsequenten Ausbau des ÖPNV. Zwar sind damit zunächst Investitionen verbunden, langfristig sind solche Lösungen jedoch ökologisch sinnvoll und wirtschaftlich tragfähig. Entsprechende Fördermittel von Bund und Land müssen hierfür konsequent genutzt werden.
Darüber hinaus ist die derzeit vorherrschende Form der individuellen Elektromobilität auf Lithium-Basis kritisch zu hinterfragen. Die Gewinnung, Verarbeitung und Entsorgung von Lithium ist mit erheblichen Umweltzerstörungen, sozialen Konflikten und gesundheitlichen Belastungen verbunden. Eine nachhaltige Mobilitätsstrategie darf diese globalen Auswirkungen nicht ausblenden und muss daher technologieoffen und ressourcenschonend ausgerichtet sein.
Der Ausbau eines klimafreundlichen, leistungsfähigen und sozial gerechten öffentlichen Verkehrs ist ein zentraler Baustein auf dem Weg zu einer CO₂-neutralen Stadt Hattingen.
Mit freundlichen Grüßen
Lars Golfels
Fraktionsvorsitz
Die Linke
Fraktion im Rat der Stadt Witten
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