Die Linke + Ratsfraktion Witten
Anfragen
Umsetzung des Housing-First-Ansatzes
und mögliche Fördermöglichkeiten durch Land NRW und SozialstiftungNRW
Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
sehr geehrte Damen und Herren,
die Landesregierung Nordrhein-Westfalen hat kürzlich ein Umsetzungskonzept für den Ausbau von Housing-First-Angeboten veröffentlicht. Dieses Konzept ist Teil der Landesinitiative „Endlich ein ZUHAUSE!“ zur Bekämpfung von Obdach- und Wohnungslosigkeit und soll Kommunen sowie Trägern der Wohnungslosenhilfe eine praxisorientierte Grundlage zur Einführung entsprechender Angebote bieten. Housing First verfolgt dabei den Ansatz, obdach- und wohnungslosen Menschen – insbesondere solchen mit komplexen Problemlagen – ohne Vorbedingungen eine eigene Wohnung zur Verfügung zu stellen und sie anschließend durch freiwillige, bedarfsorientierte sozialarbeiterische Hilfen zu begleiten.
Zur Unterstützung neuer Projekte stellt die SozialstiftungNRW im Rahmen einer Anschubfinanzierung Fördermittel bereit. Ziel ist es, neue Housing-First-Angebote aufzubauen oder bestehende Strukturen zu erweitern. Die Förderung kann bis zu 90 Prozent der Projektkosten über einen Zeitraum von bis zu drei Jahren betragen. Insgesamt stehen hierfür mehrere Millionen Euro zur Verfügung.
Vor diesem Hintergrund bitten die Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen, SPD und Die Linke um die Beantwortung der folgenden Fragen:
- Ist der Stadtverwaltung das von der Landesregierung veröffentlichte Umsetzungskonzept zum Ausbau von Housing-First-Angeboten bekannt? Wenn ja, wie wird dieses seitens der Verwaltung bewertet?
- Welche Bedeutung misst die Stadtverwaltung dem Housing-First-Ansatz grundsätzlich für die kommunale Wohnungslosenhilfe in Witten bei?
- Gibt es seitens der Stadtverwaltung Überlegungen oder bereits laufende Gespräche mit freien Trägern, der Wohnungswirtschaft oder anderen Akteuren, um Housing-First-Angebote in Witten zu etablieren oder bestehende Angebote in diese Richtung weiterzuentwickeln?
- Wurden oder werden Möglichkeiten geprüft, Fördermittel – insbesondere die Anschub-finanzierung der SozialstiftungNRW oder weitere Landesprogramme – für entsprechende Projekte in Anspruch zu nehmen?
- Falls bisher keine entsprechenden Planungen bestehen: Welche Gründe sprechen aus Sicht der Verwaltung derzeit gegen eine Bewerbung um entsprechende Fördermittel oder die Umsetzung eines Housing-First-Angebotes in Witten?
- Wie schätzt die Stadtverwaltung den lokalen Bedarf für Housing-First-Angebote in Witten ein, insbesondere mit Blick auf Menschen mit komplexen Problemlagen (z. B. Suchterkrankungen oder psychische Erkrankungen), die von bestehenden Hilfesystemen schwer erreicht werden?
Die Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen, SPD und Die Linke sehen im Housing-First-Ansatz eine international vielfach erprobte und wissenschaftlich evaluierte Möglichkeit, Wohnungslosigkeit nachhaltig zu reduzieren und besonders vulnerable Personengruppen zu stabilisieren. Vor diesem Hintergrund interessiert uns insbesondere, welche Perspektiven die Stadt Witten sieht, diesen Ansatz künftig stärker in die lokale Strategie der Wohnungslosenhilfe einzubinden.
Mit freundlichen Grüßen
| SPD | Bündnis 90/Grünen | Die Linke |
| gez. | gez. | gez. |
| Patricia Podolski | Liane Baumann | Ben Luckner |
| stv. Fraktionsvorsitzende | Fraktionsvorsitzende | Fraktionsvorsitzender |
| gez. | gez. | gez. |
| Tim Koch | Christian Walker | Judith Wohlgemuth |
| Ratsmitglied | Ratsmitglied | Sachkundige Bürgerin |
| gez. | gez. | gez. |
| Melanie Kalle | Susanne Gaßmann | Stefan Borggraefe |
| Ratsmitglied | Ratsmitglied | Ratsmitglied |
Die Linke +
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