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Tierschutzgerechte Populationskontrolle unserer Stadttauben

Linksfraktion

(Änderungsantrag zum Antrag der CDU-Fraktion „Maßnahmen zur Taubenabwehr am Eingang des Nordflügels des Rathauses“)

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

sehr geehrte Damen und Herren,

 

die Fraktion Die Linke stellt den folgenden Änderungsantrag (gem. §9 GO):

 

Beschlussvorschlag:

Der Beschlussvorschlag des Antrags der CDU-Fraktion wird wie folgt ersetzt:

 

Die Verwaltung wird beauftragt, unter Einbeziehung der ehrenamtlichen Taubenschenschützer:innen in Witten ein umfassendes und tierschutzgerechtes Konzept zur Populationskontrolle wildlebender Stadttauben zu entwickeln und anschließend umzusetzen. Dabei soll auf bereits erprobte und erfolgreiche Konzepte anderer Kommunen zurückgegriffen werden, um den Aufwand der Konzepterstellung gering zu halten und bewährte Maßnahmen zu nutzen.

 

Begründung:

In den letzten Monaten wurden am Rathaus Maßnahmen zur Taubenabwehr mit einer Klebepaste durchgeführt, die sich als nicht tierschutzgerecht erwiesen haben und letztlich auf Anordnung des Veterinäramts eingestellt werden mussten. Dies zeigt deutlich, dass rein abwehrorientierte Methoden – zu denen auch Spikes gehören – keine nachhaltige Lösung darstellen. Aus dieser Erfahrung sollten wir Konsequenzen ziehen!

 

Erfolgreiche Beispiele aus anderen Städten belegen, dass ein strukturiertes Populationsmanagement der tierschutzgerechte und zugleich effektivere Ansatz ist. Zu den zentralen Elementen solcher Konzepte gehören unter anderem:

  • der Betrieb betreuter Taubenschläge oder Taubentürme,
  • das kontrollierte Einsammeln und Austauschen von Eiern,
  • die räumliche Konzentration der Population zur Verringerung von Verschmutzungen,
  • die Einbindung örtlicher Tierschutzakteur:innen.

Solche Modelle erzielen nachweislich bessere hygienische und stadtbildrelevante Effekte und verbessern gleichzeitig das Wohlergehen der Tiere.

Kommunen wie Augsburg, Stuttgart, München, Frankfurt am Main, Essen, Ulm, Reutlingen, Würzburg sowie Basel zeigen, dass dieses Vorgehen praktikabel, wirtschaftlich und erfolgreich ist. Die dortigen Konzepte sind erprobt und sind teilweise durch wissenschaftliche Begleitung gut evaluiert worden.

Ein wirksames Gesamtkonzept bietet einen doppelten Nutzen: Es reduziert Belastungen für Anwohner:innen, Gewerbetreibende und öffentliche Gebäude und verbessert zugleich das Wohlergehen der Tiere. So wird ein nachhaltiger Beitrag zu Sauberkeit, Hygiene und Tierschutz in unserer Stadt wird geleistet.

Ein entsprechendes Konzept wäre daher auch für Witten ein sinnvoller Weg zur Lösung der Stadttaubenproblematik – am Rathaus und überall sonst in der Stadt! 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ben Luckner                                          Stefan Borggraefe

Fraktionsvorsitz                                     Ratsmitglied

Die Linke +

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