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Antrag zum Nahverkehrsplan EN

DIE LINKE. Fraktion Witten

Erweiterungen des Beschlussvorschlags für die Vorlage 534/ V16 Nahverkehrsplan Ennepe-Ruhr im TOP 1 des VKA:

Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin Leidemann,

sehr geehrter Herr Kuhn,


die Fraktion DIE LINKE im Rat der Stadt Witten beantragt folgende Erweiterungen des Beschlussvorschlags für die Vorlage 534/ V16 Nahverkehrsplan Ennepe-Ruhr im TOP 1 des VKA:


„Der Verkehrsausschuss der Stadt Witten fordert die Verwaltung auf, folgende Punkte im Nahverkehrsplan zu verankern:


- Einrichten eines 15-Minuten-Takts zwischen Innenstadt und Bommern tagsüber von 6.30 – 18.30 Uhr von Montag – Freitag für die Linie 379


- Vorziehen der Veränderung der Fahrtroute des Bus 592 von Bommern kommend ab 1.1.2017 - zuerst zum Hauptbahnhof dann zum Rathausplatz, statt umgekehrt


- Beibehalten des 15-Minuten-Takts zur Anbindung von Rüdinghausen tagsüber von 6.30 – 18.30 Uhr von Montag – Freitag für die Linie 320


- Erhöhung der Taktfrequenz der Linie 373 auf einen 30-Minuten-Takt zur besseren Anbindung der Flüchtlingsunterkunft auf dem Thelengelände in Rüdinghausen


- Start der Fahrten des 373 in Richtung Wendeschleife Am Hang (Holzkampschule und Holzkampstraße) eine Stunde früher ab 7 Uhr morgens


- Sichere Anbindung von Stockum und der Universität Witten/Herdecke im 15-Minuten-Takt tagsüber von 6.30 – 18.30 Uhr von Montag – Freitag für die Linie 371


- Sichere Umsteigemöglichkeiten am Busbahnhof am Hauptbahnhof und am Rathausplatz einrichten und durch organisatorische und technische Maßnahmen gewährleisten“


Begründung:


Der neue Nahverkehrsplan Ennepe-Ruhr soll weiterhin ein attraktives Angebot im ÖPNV bereit stellen.


Der Autoverkehr muss zukünftig eingeschränkt werden, da sowohl die begrenzten Ressourcen beim Erdöl, die Anforderungen der Luftreinhaltung als auch der Kampf gegen den Klimawandel dies fordern.


Um weiterhin eine hohe NutzerInnenzahl in Witten im ÖPNV zu erreichen, muss in Witten die Anbindung der Stadtteile Bommern, Rüdinghausen und Stockum weiterhin auf einem hohen Niveau gehalten werden. Tagsüber sollten die Takte gleichförmig sein, damit der ÖPNV weiter attraktiv bleibt. Eine Ausdünnung der Takte im Vormittagsbereich, wie auf Seite 94 des Entwurfs Nahverkehrsplan EN beschrieben, sollte für diese drei Linien nicht vorgenommen werden.


a) Anbindung nach Bommern


Im Entwurf des Nahverkehrsplans EN 2016 ist auf Seite 149 für die Verbindung Witten – Bommern festgehalten:

„379 – HVZ: Verdichtung auf Takt 15 zwischen Bommeraner Heide und Witten Hauptbahnhof nach Bedarf“(Hervorhebung von DIE LINKE)


Da die Linie 378 zukünftig mit Eröffnung der Straßenbahnlinie 310 entfallen wird, wird die Hauptverbindung zwischen Bommern und Witten über die Linie 379 bewältigt. Zurzeit wird Bommern tagsüber überwiegend im 10-Minuten-Takt durch die beiden Linien 378 und 379 angebunden. Eine Kürzung der Takte auf 30 Minuten ist eine eklatante Verschlechterung der Anbindung dieses wichtigen Stadtteils. Es ist sicher zu stellen, dass tagsüber von 6.30 Uhr – 18.30 Uhr von Montag bis Freitag ein 15-Minuten-Takt eingerichtet wird.


Seit Einrichtung des Busbahnhofes am Hauptbahnhof ist die Linienführung des Busses 592 von Bommern kommend verändert worden. Er fährt von Bommern erst zum Rathausplatz und dann zum Busbahnhof am Hauptbahnhof. Durch den starken Verkehr in der Innenstadt erreicht er den Hauptbahnhof nicht pünktlich. Viele UmsteigerInnen verpassen so ihre Anschlüsse zu den Zügen und müssen 25 Minuten warten.


Diese direkte Anfahrt zum Hauptbahnhof von Bommern kommend wäre eine Lösung dafür. Sie hatte sich in den Jahrzehnten zuvor immer bewährt. Sie wird im neuen Nahverkehrsplan für 2018 vorgeschlagen. Nach Auskunft der NutzerInnen dieser Linie ist die jetzige Lage unerträglich für alle Beteiligte. Der Unmut der Fahrgäste über verpasste Anschlüsse entlädt sich in Ärger über die Busfahrer, die ja auch nichts dafür können. Daher sollte die neue Streckenführung der Linie 592 bereits ab 1.1.2017 eingerichtet werden.


b) Anbindung nach Rüdinghausen


Der Stadtteil Rüdinghausen wird zurzeit mit der Linie 320 im 15 Minuten-Takt angefahren. Im Entwurf des Nahverkehrsplans EN wird auf S. 146 vorgeschlagen, den Takt auf 30 Minuten auszudünnen.
In Rüdinghausen werden laufend neue Flächen zur Bebauung ausgewiesen. In der großen neuen Flüchtlingsunterkunft auf dem Thelen-Gelände werden viele Flüchtlinge untergebracht werden. Durch die Bautätigkeiten als auch durch die Flüchtlingsunterkunft werden viele neue BewohnerInnen nach Rüdinghausen kommen. Insofern sollte die Anbindung dieses Stadtteils mindestens auf dem jetzigen Niveau eines 15-Minuten-Taktes von 6.30 Uhr – 18.30 Uhr von Montag bis Freitag bleiben.


Noch direkter wird die Flüchtlingsunterkunft auf dem Thelen-Gelände von der Linie 373 angefahren. Um einen Schulbesuch in Annen oder Stockum zu ermöglichen, muss die Linie auf einen 30-Minuten-Takt erhöht werden und eine Stunde eher ab 7 Uhr morgens in Richtung Wendeschleife Am Hang starten. Auch Behördentermine und Arztbesuche können so ohne Probleme absolviert werden.


c) Anbindung nach Stockum und zur Universität Witten-Herdecke


Der Stadtteil Stockum ist ebenfalls ein Stadtteil, in dem laufend neu gebaut wird. Mithin wird sich die Einwohnerzahl dieses Stadtteils in Zukunft weiter erhöhen. Die Verbindung nach Stockum wird mit der Linie 371 gewährleistet. Auf Seite 148 des neuen Nahverkehrsplans EN wird vorgeschlagen, sie nur in der Hauptverkehrszeit auf 15 Minuten zu verdichten. Es entsteht so eine Lücke von 8.30 Uhr – 12.30 Uhr von Montag bis Freitag, in der sie nur alle 30 Minuten fährt.


Sie sollte aber von Montag bis Freitag von 6.30 Uhr – 18.30 Uhr mindestens im 15 Minuten-Takt bleiben. Die jetzige Anbindung erfolgt tagsüber durchgängig im 20-Minuten-Takt. Eine Ausdünnung des Taktes vermindert die Attraktivität der Linie und wird zu einem Rückgang der Fahrgastzahlen führen.


Witten ist aufgrund eines Ratsbeschlusses jetzt „Universitätsstadt“. Die Anbindung der Universität Witten-Herdecke erfolgt mit der Linie 371 in die Innenstadt und zur S-Bahnlinie 1. Die Studierenden nutzen die Linie 371, um zu ihrer Uni zu gelangen. Um die Linie 371 auch in Zukunft für die Studierenden attraktiv zu gestalten, muss sie tagsüber im gleichen Rhythmus verkehren. Die Studierenden benötigen eine verlässliche Verbindung mit einem durchgehenden Takt. Mithin ist auch für sie ein durchgängiger 15-Minuten-Takt von Montag bis Freitag von 6.30 Uhr – 18.30 Uhr ein großer Anreiz, mit dem ÖPNV an die Universität Witten-Herdecke zu gelangen. Die Probleme mit den fehlenden Autoparkplätzen an der Universität könnten so minimiert werden. Die Stadt Witten könnte zudem eine durchgängig mit 15-Minuten-getaktete Linie 371 als attraktive „Universitätslinie“ vermarkten.


d) Die Umsteigemöglichkeiten der Busse in den Wartebuchten müssen verlässlicher und sicherer werden. Sobald mehr als zwei Busse hintereinander stehen, können Umsteiger aus dem dritten Bus, der ebenfalls z. B. am Rathausplatz hält, den ersten Bus vorne nicht mehr erreichen. Dieser fährt los, um den dritten Bus einfahren zu lassen. Mithin müsste eine Lösung gesucht werden, wie auch drei Busse am Rathausplatz halten können. Dies könnte entweder durch Verlängerung der Busbucht oder durch Einbeziehung einer Busbucht auf dem früheren Busbahnhof/Kornmarkt geschehen.


Das Problem besteht auch am Busbahnhof am Hauptbahnhof. In den Abendstunden werden Umsteiger nicht mehr aufgenommen. Es wird sofort abgefahren, wenn der andere Bus kommt und nicht gewartet, bis die Fahrgäste aus dem ankommenden Bus ausgestiegen und in den Anschlussbus eingestiegen sind. Hier müssen sichere Umsteigemöglichkeiten zukünftig gewährleistet werden.


Mit freundlichen Grüßen

Ursula Weiß

(Fraktionsvorsitzende)  

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