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Klimaneutralität schneller sicherstellen

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Änderungsantrag 2 zum TOP "Handlungskonzept Klimaschutz 2030": Klimaneutrales Witten 2035

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

hiermit stellen wir folgenden Änderungsantrag zum Tagesordnungspunkt „Handlungskonzept Klimaschutz 2030“:

 

Nr. 2 des Beschlussvorschlags der Verwaltungsvorlage Nr. 0810/V 17 wird wie folgt formuliert:

 

„Der Rat der Stadt Witten beschließt zusätzlich die Verschärfung des Wittener Klimaneutralitätsziels gegenüber dem Zieljahr der Bundesregierung von 2045 auf 2035. Er legt seiner weiteren Vorgehensweise das 1,5 °C Zielszenario zur Erreichung der Klimaneutralität Wittens des Handlungskonzepts Klimaschutz 2030 zu Grunde.“

 

 

Begründung:

 

Die Folgen der Klimakrise sind unübersehbar. Hierzu gehört nicht nur die globale Zunahme der Durchschnittstemperatur  Damit verbunden sind auch vermehrt Ereignisse wie Hitzeextreme, Dürren, Starkniederschläge und Flutkatastrophen. Hinzu kommt ein beschleunigter Anstieg des Meeresspiegels mit der Folge des zukünftigen Versinkens von Inseln und der Verschiebung von Küstenlinien. Eine weitere Folge der Klimakrise sind Schäden an Ökosystemen an Land, im Süßwasser und an Küsten mit der Folge eines vermehrten Artensterbens sowie eine Zunahme der Erwärmung und Versauerung der Ozeane, verbunden mit einem Rückgang des Sauerstoffgehalts im Meer und einem weiteren Rückgang der Artenvielfalt. 

 

Gerade der Mensch wird zukünftig immer stärker von den Auswirkungen der Klimakrise betroffen sein. Hitzewellen mit steigenden Mortalitätsraten, Ernteausfälle,  der Zusammenbruch von für den Menschen wichtigen Ökosystemen oder die Unbewohnbarkeit von Landstrichen sind hier nur beispielhaft zu nennen.

 

Je weiter die globale Temperatur ansteigt, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass Kipppunkte im Erdklimasystem überschritten werden und zu unkontrollierbaren Kettenreaktionen führen. Hierzu gehören das Abschmelzen des Grönländischen Eisschilds, des arktischen Meereises und des Westantarktischen Eisschilds.

 

Hinzu kommt dass der globale Temperaturanstieg nicht linear verläuft, sondern immer schneller voranschreitet.

 

Auch ökonomisch ist ein schnelles Handeln geboten.

 

So hatte bereits der von der britischen Regierung in Auftrag gegebene und am 30. Oktober 2006 veröffentlichte Bericht des ehemaligen Weltbank-Chefökonomen Nicholas Stern (Stern-Report) deutlich gemacht, dass die jährlichen Kosten des Klimawandels, wenn nicht schnell gehandelt wird, die Kosten für wirksame Klimaschutzmaßnahmen immer stärker übersteigen werden.

 

Daher gilt es jetzt schnell und effektiv zu handeln – auch in Witten.

 

Das Handlungskonzept Klimaschutz 2030 zeigt dabei zwei Szenarien auf:

- Ein ambitioniertes Paris-konformes Ziel zur THG-Reduktion unter Einhaltung des 1,5°C –Limits. Die Klimaneutralität wird dabei bis zum Jahr 2035 angestrebt.

- Ein weniger ambitioniertes Ziel zur THG-Reduktion unter Einhaltung lediglich eines 1,75 °C-Limits. Die Klimaneutralität wird lediglich bis zum Jahr 2040 angestrebt.

 

Dabei ist das 1,75°C/2040-Szenario nicht nur mit einem späteren Erreichen der Klimaneutralität verbunden als das 1,5°C/2035-Szenario, sondern auch mit höheren CO2-Emissionen. Das 1,5°C/2035-Szenario ist damit hinsichtlich des Klimaschutzes weitaus wirksamer als das 1,75°C/2040-Szenario.

 

Andere Kommunen wie Köln, Düsseldorf, Stuttgart, Oldenburg etc. haben bereits das Ziel der Klimaneutralität bis 2035 beschlossen. Verschiedene Städte wie Münster streben bereits die Klimaneutralität bis 2030 an.

 

Angesichts der immensen Herausforderungen aufgrund der Klimakrise und der ambitionierten Herangehensweise anderer Kommunen sollte Witten nicht hinter diese Kommunen zurückfallen. Ein 1,5 °C-Zielszenario sollte daher zur Grundlage der zukünftigen Klimaschutzmaßnahmen genommen werden.

 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Oliver Kalusch                                                                       Ulla Weiß

(Ratsmitglied)                                                                        (Fraktionsvorsitzende Die Linke)


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