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von den Schwelmer Linken
Bebauungsplan Altes Rathaus - Die Linke will den Erhalt der Frischluftschneise
Grund und Boden sind in der flächenkleinsten Stadt in NRW nicht unendlich verfügbar. Im Nachgang zum Klimaworkshop und den von der K.Plan GmbH unter Frau Dr. Monika Steinrücke erstellten Karten äußert sich die Linke zum geplanten Bebauungsplan „Altes Rathaus“.
„Wir sind dankbar, dass die lokale Presse auf die evtl. entstehenden Probleme im Zusammenhang mit der geplanten Bebauung der Fläche auf und hinter dem alten Rathaus einer breiten Öffentlichkeit aufmerksam gemacht hat“, so Linda Voss, Fraktionsvorsitzende der Linken im Stadtrat. „Die erstellten Karten zeigen deutlich, dass sich auch im Innenstadtbereich von Hauptstraße/Untermauerstraße und Märkischen Platz Hitze staut und der Erhalt einer Kaltluftschneise im Gebiet des ehemaligen Rathauses sehr wichtig für die Schwelmer Bevölkerung ist, vor allem für ältere Menschen.“
„Anscheinend denken viele Politikerinnen und Politiker im Stadtrat nur von heute bis morgen.“ sorgt sich Debora Voet, Mitglied der Linken im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr. „Wie wollen diese denn dem Klimawandel in Schwelm begegnen? Es kann doch nicht sein, einfach auf den Einbau von Klimaanlagen in Gebäuden zu setzen, wie es der „blauäugige“ Fraktionschef der SPD und anscheinend Klimaleugner propagiert. Zudem erzeugen diese dann ja auch noch mehr Wärme.“
Dominik Hoffmann, stellvertretender Fraktionschef der Linken ergänzt: „Unsere Fraktion ist nicht per se gegen den Bau von Wohnungen. Wir müssen aber nicht noch mehr freistehende Einfamilienhäuser haben, die kostbaren Platz fressen. Was wir brauchen ist bezahlbarer Wohnraum für Familien und finanzschwache Bürgerinnen und Bürger.“
„Es ist fast schon heuchlerisch und Volksverdummung,“ redet er sich in Rage, „wenn die SPD behauptet, durch eine Bebauung auf dem Gelände des Alten Rathauses würde preiswerter Wohnraum geschaffen. Wer kann sich angesichts der steigenden Inflation solche Häuser noch leisten?“
Jürgen Senge, Sprecher des Ortsverbandes, gibt zu bedenken, dass die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner rückläufig sei. „In Schwelm gibt es nicht das Problem der Wohnungslosigkeit, sondern die Tatsache, wie in anderen Orten auch, dass manche Menschen alleine in sehr großen Wohnungen wohnen, während anderen mit mehreren auf engem Raum zusammenleben“, sagt er. „Beide würden gerne tauschen. Es scheitert aber daran, dass die alleinlebenden in einer kleineren Wohnung nach einem Umzug die gleiche oder sogar mehr Miete zahlen müssten. Warum sollten sie also tauschen? Hier ist die Politik gefordert, Lösungen zu entwickeln u.a. durch ein Quartiersmanagement, welches wir als Linke schon lange fordern.“
Er fährt fort: „Es ist ein Trugschluss zu glauben, wie von manchen argumentiert wird, dass die Bewohnerinnen und Bewohner der geplanten Einfamilienhäuser von dort zu Fuß in die Stadt gehen, um einzukaufen. Die bisher gemachten Erfahrungen zeigen, dass ein derartiger Personenkreis mit dem Auto fährt und die Besorgungen z.B. auf dem Heimweg von der Arbeit macht. Dies trägt nur bedingt zur Belebung der Schwelmer Geschäfte bei.“
Und er schließt mit den Worten: „Die Schwelmer Linken sprechen sich jedenfalls ganz klar für den Erhalt der Frischluftschneise am ehemaligen Rathaus aus. Wir können nur hoffen, dass vor allem die Politikerinnen und Politiker von CDU und SPD bei der entscheidenden Sitzung im Stadt wissen, welche Verantwortung sie gegenüber der Schwelmer Bevölkerung haben. Sie sollten sich nicht mit der Zustimmung zu diesem Bauprojekt versündigen. Und vielleicht muss erst ein Bürgerbegehren geplante Bauvorhaben zunichtemachen. Anscheinend haben einige nichts dazu gelernt.“

