Die Linke geht gegen Leerstand vor: „Eigentum verpflichtet!“

Die Linke Witten

Die Linke Witten startet eine Postkarten-Aktion, mit der sich die Menschen in Witten direkt an den Eigentümer des ehemaligen Galeria-Kaufhof-Gebäudes, Josef Saller aus Weimar, wenden können.

 

Seit fünf Jahren steht das Gebäude in zentraler Lage der Wittener Innenstadt leer. In dieser Zeit gab es zahlreiche Initiativen, um die klaffende Wunde in der Fußgängerzone zu schließen: Ehrenamtlich wurde die „Galerie der Produkte“ organisiert, die Stadt bot an, größere Flächen im Gebäude anzumieten, und sogar eine Machbarkeitsstudie wurde finanziert. Ein renommiertes Architekturbüro legte daraufhin einen attraktiven Entwurf für die Zukunft des Hauses vor. Doch passiert ist: nichts. Saller lehnte alle Vorschläge als nicht lukrativ genug ab.

„Die einzige Veränderung an dem Gebäude war der zunehmende Verfall in den letzten Jahren. Es ist übersät mit alten Plakaten, und eine eingeschlagene Scheibe ist seit Monaten nur mit einer Holzplatte notdürftig abgedeckt. Sicherlich würde Herr Saller selbst nicht gerne in einer solchen Umgebung leben! Die Wittenerinnen und Wittener wollen das auch nicht! Deshalb wollen wir gemeinsam mit den Menschen in der Stadt, die tagtäglich mit diesem verfallenden Großbauwerk konfrontiert sind, Herrn Saller aufrütteln und an seine Verantwortung erinnern!“, erklärt Stefan Borggraefe, Listenplatz 4 für Die Linke bei der Stadtratswahl.

Auch die jüngsten Ankündigungen des Eigentümers sind enttäuschend: Lediglich Erdgeschoss und erstes Obergeschoss sollen wieder genutzt werden – für den Rest des Gebäudes fehlen nach fünf Jahren noch immer Ideen.

Andere Städte machen vor, wie es besser geht: In Recklinghausen oder Lünen etwa wurden ehemalige Kaufhäuser mit barrierefreiem Wohnraum, gastronomischen Treffpunkten, Dachgärten oder Kindertagesstätten umgestaltet. Auch die Vorschläge der Stadt Witten – etwa die VHS oder das Stadtarchiv in dem Gebäude unterzubringen – hätten einen großen Mehrwert für die Menschen vor Ort bedeutet.

„Das Grundgesetz macht es deutlich: Eigentum verpflichtet! Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen. Diese Verantwortung gilt nicht nur für Großinvestoren wie Herrn Saller, sondern für alle Eigentümerinnen und Eigentümer. In Witten stehen laut Handlungskonzept Wohnen der Stadt über 3.000 Wohnungen leer – während Wohnraum dringend gebraucht wird. Wir wollen alle Eigentümerinnen und Eigentümer daran erinnern: Eigentum bedeutet auch Verantwortung gegenüber der Stadtgesellschaft“, betont Ben Luckner, Spitzenkandidat der Linken für die Stadtratswahl.

Um auf diese Verantwortung aufmerksam zu machen, hat Die Linke Postkarten vorbereitet, die direkt an Herrn Saller nach Weimar geschickt werden. Ziel ist es, dass sich auf seinem Schreibtisch ein großer Sack Post aus Witten stapelt – Postkarten mit klaren Botschaften und persönlichen Wünschen der Menschen für die Zukunft des Gebäudes.

Die Karten sind kostenlos bei der Partei erhältlich und bereits adressiert – das Porto übernimmt Die Linke. Am einfachsten können Interessierte die Aktion unterstützen, indem sie samstags bis zur Wahl von 11 bis 14 Uhr am Infostand auf dem Berliner Platz vorbeikommen. Dort können alle Wittenerinnen und Wittener ihre eigenen Ideen für das ehemalige Kaufhof-Gebäude aufschreiben und so gemeinsam ein starkes Signal an den Eigentümer senden: Eigentum verpflichtet!


Bildunterschrift: Kandidierende und Mitglieder von Die Linke machen auf ihre Postkarten-Aktion aufmerksam. Im Vordergrund rechts Stefan Borggraefe, Listenplatz 4, mit den drei Motiven in der Hand. Links etwas dahinter, Spitzenkandidat Ben Luckner mit dem neuen Plakatmotiv „Eigentum verpflichtet“, welches jetzt überall in der Innenstadt zu sehen ist. Foto: Stefan Schmidt.