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aus unserer Fraktionsarbeit
Kommentar: Staatsvertrauen durch Ablenkung
Linker hier.
Fast kommt man auf die Idee, dass Herbert Reul bei seinem Auftritt am 6.1.26 im Schwelmer Leo-Theater einer heißen Sache auf der Spur ist: „75 Prozent der Leute sagen, dass mit diesem deutschen Staat und diesen staatlichen Institutionen alles Kappes ist.“ Weiter sagte er: „Wenn so viele Leute sagen, der Staat ist nicht mehr in Ordnung – dann wird es irre brenzlig.“ Okay, du hast meine Aufmerksamkeit.
„Wenn das Vertrauen so im Eimer ist, muss mehr passiert sein. Dann müssen wir die Leute wirklich maßlos enttäuscht haben. (...) Wie kriegen wir das wieder in Ordnung?”
Ja, wie habt ihr sie denn enttäuscht? Was wollt ihr denn an euch ändern? „Man muss die Probleme, die da sind, benennen und darf nicht vorbeireden. Man darf nicht den Eindruck erwecken, die Menschen wären blöd.“
Die Probleme, die Herbert dann anführt sind für ihn Clan- und Ausländerkriminalität, die man zu lange nicht benannt hätte. Dann geht er, wie es bei mutmaßlich rechtsradikalen üblich ist, in die Opferrolle und gibt sich traurig darüber, dass man ja direkt als ausländerfeindlich abgestempelt wird, wenn man dies und das... Ich möchte den Leserinnen und Lesern nicht weiter mit seinem reaktionären Gefasel langweilen. Der Schluss, den Herbert hier zieht, passt genau in das national-faschistische Grundnarrativ des aufrüstenden und auf Kriegswirtschaft umschwenkenden deutschen Kapitals.
Im weiteren Verlauf bezeichnet Herbert die Flucht vor Krieg, Gewalt und Tod noch als Veranstaltung, die mit Überquerung der deutschen Staatsgrenzen ihren Abschluss findet. Das ist nicht nur menschenverachtend und respektlos, sondern verharmlost maßlos die Auswirkungen, die der globale Kapitalismus auf Menschenleben hat. Krieg und Frieden werden so zu konzertähnlichen Events degradiert, die man besuchen kann oder eben nicht. Klar, die Kinder und Enkel von Reul oder anderen Kapitalfunktionären werden nicht im Krieg dahingeschlachtet. Dafür besitzt das Kapital die Arbeiterklasse, die Herbert hier versucht mit seinem Rassismus zu erreichen. Letztendlich ist es die deutsche Arbeiterklasse, die im Schützengraben auf ihre Schwestern und Brüder schießen muss. Man kehrt aus dem Krieg nicht mit schönen Konzerterinnerungen zurück, sondern hat man viel Glück, mit einem Trauma und ein paar fehlenden Körperteilen. Herbert befeuert hier mal wieder den Kulturkampf, der die Arbeiterklasse spaltet und dafür sorgt, dass alle gesellschaftlichen Bestrebungen dem nationalen Kapitalinteresse untergeordnet werden. Wir wollen seine, reaktionär-nationalistische Narrative befeuernden, Aussagen so nicht stehen lassen. Nicht Hilfesuchende, Geflüchtete oder Bürgergeldempfangende liegen der arbeitenden Gesellschaft auf der Tasche, sondern Kapitalmarionetten wie der mutmaßlich korrupte Herbert Reul und deren bourgeoise Puppenspieler.
Lasst euch das nicht gefallen! Tretet der Spaltung entgegen! Organisiert euch! Ermächtigt euch! Hoch die roten Banner der Arbeit!
Liebe Grüße
Ein Linker.

